Journalisten Workshop - 2. Beitrag

Nächste Runde. Den ersten Text findet Ihr jetzt im Blog. Sandra hat sich textlich der MSG-Couch angenomnmen und ein schönes Feature geschrieben.
Noch mal zur Erklärung des Ganzen: Auf dem Musikschutzgebiet-Festival 2011 hat sich eine Gruppe interessierter junger Menschen mit Journalismus rund um ein Musik-Festival beschäftigt. Es wurden Interviews geführt und fleißig geschrieben. Und die Beiträge könnt Ihr hier ab sofort nach und nach durchlesen.
Auf Omas Couch zum Ausklang
Gemütliches Zusammensitzen mit T-Shirt auf dem Kopf lässt das Musikschutzgebiet ausklingen.
Nach zwei Tagen durchtanzen können die müden Musikfreunde ihre geschundenen Füße am Sonntag mal hochlegen. Der letzte Festivaltag steht unter dem Motto „in familiärer Atmosphäre entspannen“. Vor der Hauptbühne sieht es fast wie in Omas Wohnzimmer aus: verschlissene Sofas, Sessel und Sonnenliegen laden zum Beine hoch legen ein. Die bunten Möbel stammen tatsächlich aus der Musikschutzgebiet-Familie.

„Es hat so angefangen, dass jeder im Bekanntenkreis nachgefragt hat. Es wurden so viele Möbel gebracht, dass wir jetzt sogar Möbel abweisen müssen, da wir das Zeug nicht mehr unterkriegen“, erinnert sich Pressesprecher Philipp Hühne. Die bunt zusammen gewürfelten Möbel machen auch die besondere Atmosphäre auf dem Musikschutzgebiet aus. Denn so vielfältig wie die Sitzgelegenheiten sind auch die Besucher: Kleinkinder mit Fan-Shirts vom Festival turnen auf der Absperrung zur Hauptbühne. Zwei Jungs im Kindergartenalter catchen auf einem Sessel bis einer heult und die Eltern die Streithähne trennen. Mädels mit abrasierten Schläfen und riesigen Ketten mit goldenen Hanfblättern haben die Füße auf das Vordersofa gelegt und wippen im Takt der Ghostbusters-Titelmelodie. Vorgespielt vom Duo L’UKE, die ausschließlich 80er Jahre Evergreens mit der Ukulele nachspielen. Vom Programm begeistert ist auch ein Musikfan Ende 40, der mit einem zehn Euro-Schein ins Festivalbüro Büro geeilt kommt und sagt, dass er ja leider keinen Eintritt zahlen darf und so ein klasse Projekt wenigstens mit einer kleinen Spende unterstützen möchte. Am Vorabend hat er im Internet vom Festival erfahren und ist spontan aus Kassel gekommen.

Der Sonntag mit freiem Eintritt ist nicht nur für das müde Feiervolk da, sondern lädt besonders auch ältere Leute und Familien aus der Umgebung ein damit diese sehen, was die Jungen so treiben und einen Einblick in das Geschehen auf dem Gutshof bekommen. Am Nachmittag scheint die Sonne so erbarmungslos, dass sich Besucher ihre T-Shirts als Schutz um die Köpfe binden. Dieser Schutz wird wenige Stunden später gegen faustdicke Hagelkör
ner dienen, die die meisten Besuchern das erste Mal an diesen Tag in Bewegung versetzen und klatschnasse, bunte Sofas allein vor der Bühne zurücklassen.

















